+++30. Dezember 1977+++aktuell aus London+++Ein Versuch, die öffentliche Wasservorsorgung von London zu vergiften, ist fehlgeschlagen. Gegen die Zeit mußte die ermittelnde Behörde, die "Criminal Intelligence 5", auch CI5 genannt, kämpfen. Zwei Top-Leute des geheimnisvollen CI5 haben dabei, wie bekannt wurde, in einem lebensgefährlichen Einsatz den Plan des offenbar geistesgestörten Wissenschaftlers S. in letzter Minute vereitelt+++30. Dezember 1977+++
 
 
 

Zwei moderne Helden
31. Dezember 1977

Unter dem operativen Namen "Gegen die Zeit" ermittelte nach Angaben aus London seit einigen Tagen die englische Spezialeinheit CI5 gegen den Wissenschaftler S. 

Wie bekannt wurde, sind dabei die Methoden der beiden Beamten B. und D., die letztendlich S. zu Fall brachten, polizeiintern scharf kritisiert worden. 

Cowboys in London
Offenbar wurden die beiden Staatsdiener beobachtet, wie sie in "Cowboy"-Manier Schießübungen veranstalteten. "Es ist nicht notwendig, daß zu Übungszwecken wie wild auf Blechbüchsen losgeschossen wird, wir sind hier doch nicht in Amerika," bemerkt dazu ein hoher Polizeibeamter, der nicht genannt werden will, "aber es ist ja bekannt, daß die Jungs vom CI5 Narrenfreiheit geniessen. Sie sollten mal sehen, wie dieser D. oft angezogen ist. Unrasiert. T-Shirt, Jeans, lange Haare. Sieht aus, wie einer dieser Junkies von der Straße." 

Im Pub
Ein Versuch, diese beiden ungewöhnlichen Beamten ausfindig zu machen, scheiterte zunächst. Der CI5 schottet sich erfolgreich ab, auch der Chef der Einheit, C., ließ sich verleugnen. Erfolg hatte unser Reporter vor Ort dann doch, als er die Pubs in der Nähe der Einsatzzentrale geduldig abgraste. Am Tresen des "Chop and Ingot" kam er mit zwei Jungs ins Gespräch. Der eine hatte lockige, dunkle Haare und trug Jeans, T-Shirt und karierte Jacke, der andere mit glatten, dunklen Haare und langen Koteletten war feiner angezogen mit einem modischen Anzug und goldener Krawatte. 


Die beiden amüsierten sich beim zweiten oder dritten Bier prächtig. Beide flirteten hemmungslos mit der blonden Bardame. Durch geschicktes Nachfragen wurde schließlich klar, daß es sich tatsächlich um B. und D. handelt, die ihren Beruf eher verhalten als "im öffentlichen Dienst stehend" umschrieben. 
 

Moderne Helden
Beide sind jung, vielleicht Ende 20 und durchtrainiert. Sie tragen offensichtlich unter den Jacken Schulterholster. Auf die Frage, ob sie denn ihre Waffen auch schon benutzen mußten, lachte B. fröhlich, D. blickte für den Bruchteil einer Sekunde eher tragisch drein, überspielte diesen Moment aber dann mit einem besonders dreckigen Lachen. Beide wurden unvermittelt ernst. 

B. meinte, daß Sie eben tun würden, was notwendig sei, heutzutage seien die Kriminellen oft so schwer bewaffnet, daß man ihnen nur mit gleichen Mitteln beikommen könne. Ob Ihre Arbeit sehr gefährlich sei? Natürlich sei Sie das, meinte er mit einem Aufleuchten in den dunklen Augen. 

Und die Bezahlung? Diese Frage erntete Hohngelächter von allen beiden. Gefährliche Arbeit, schlechte Bezahlung. Was bringt zwei normale Männer dazu, so einen Job auszusuchen? Vielleicht seien sie einfach moderne Helden, meinte D. mit einem verächtlichen Herunterziehen der Mundwinkel, die unmögliche Abenteuer bestehen auf der Suche nach irgendwas. B. stimmte dem zu und fügte hinzu, er wüßte schon, was er suchen würde und wandte sich dabei mit einem engelhaften Lächeln wieder der langhaarigen Schönen hinter der Bar zu. "Noch ein Bier, Schätzchen. Was hast Du vorhin gesagt, wo wohnst Du? Was heißt das auf englisch??

Inga Chester


 
 

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