Die Figuren aus der TV-Serie "Die Profis" gehören deren derzeitigen Rechte-Inhabern. Da diese Story nur zu meinem eigenen Vergnügen - und dem des geneigten Lesers - geschrieben wurde, habe ich mir erlaubt, die Jungs auszuleihen, und gehe davon aus, dass dies keine Verletzung nationalen oder internationalen Copyright-Rechts darstellt.
Diese Story wurde zusammen mit Susi geplottet. Hierzu gibt es auch eine englische Variante von Susi: Georgie Boy (und die übersetzte Variante meiner Story Joys of Fatherhood). Vielen Dank an Susi und Renate für ihre Hilfe und Ermutigung.
Dies ist die erste Story, die ich geschrieben habe, und es hat mächtig Spaß gemacht. Ich bin tagelang mit einem Grinsen im Gesicht herumgelaufen. Fragt dazu auch mal Susi ...
Vaterfreuden
Es ist später Nachmittag, Bodie und Doyle verlassen das HQ. Auf dem Weg zu seinen Wagen fragt Doyle:
Hey, Bodie, kommst Du noch mit auf ein Glas Bier?
Ja, aber nur kurz, ich bekomme heute noch Besuch.
In ihrem Lieblingspub angekommen, geht Doyle zum Tresen und kauft zwei Glas Bier, während es sich Bodie bereits an einem der Tische gemütlich macht. Doyle schiebt Bodie das Bier über den Tisch zu und macht ihn darauf aufmerksam, dass die nächste Runde auf ihn geht. Schweigend nippen sie an ihrem Bier.
Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht meint Doyle plötzlich: Woher hast Du eigentlich diese dämliche Wasserpistole? Wohl dem Nachbarsjungen geklaut?
Bodie erwidert mit todernster Mine: Von meinem Sohn.
Was? Doyle verschluckt sich an seinem Bier und Bodie schlägt ihm ordentlich auf den Rücken. Was war das? Von Deinem Sohn. Du spinnst wohl. Du hast doch erst ein Bier getrunken.
Nein, ehrlich, von meinem Sohn Georgie. Er ist auch der Grund, warum ich die nächsten zwei Wochen unbedingt Urlaub brauche ...
Ungläubig, aber irritiert von Bodies ernstem Gesichtsausdruck, erwidert Doyle: Also Du nimmst mich doch jetzt auf dem Arm ....!?! Wieso weiß ich nichts davon?
Tja, Du mußt nicht alles wissen, mein Lieber. Der Anflug eines höhnischen Grinsen ist jetzt auf Bodies Gesicht auszumachen.
Doyle kann seine Neugierde kaum noch im Zaum halten. Also dann erzähl mal.
Da gibt es nicht viel zu erzählen. Bodie grinst verschmitzt vor sich hin und nimmt einen langen Zug aus seinem Bierglas. Erinnerst Du Dich noch an Helen?
Ja, das war doch die, die mindestens doppelt so alt war wie Du - ich habe Dich gleich vor der gewarnt. Die hatte so einen berechnenden Blick in ihren Augen ....
Mußt Du immer so übertreiben, Ray? Sie war kaum älter als Du! Nach einer kurzen Pause fährt er fort: Also vor ein Paar Tagen erhielt ich ein Päckchen mit der Wasserpistole, einem Foto und einem kurzen Brief. Sie bat mich, auf Georgie aufzupassen, weil sie ab morgen für ca. 2 Wochen wegen einer Operation ins Krankenhaus muß.
Einfach so? Aber ... Doyle kann sein Erstauen nicht verbergen.
Nichts aber, Ray, er ist mein Sohn. Ich werde für ihn die nächsten zwei Wochen sorgen.
Aber er kennt Dich doch nicht mal. Wäre er nicht woanders besser aufgehoben? Bei seiner Großmutter, Tante oder so. Du hast doch keine Ahnung von Kindern, Bodie!
Wo soll das Problem liegen? Ich bin sein Vater ... basta. - Jetzt muß ich aber gehen. Fährst Du mich nach Hause oder muß ich ein Taxi nehmen? Bodie trinkt sein Bier aus und steht auf.
Nein, klar fahre ich Dich nach Hause. Auch Doyle trinkt sein Bier aus und sie verlassen schweigend das Pub. Deutlich merkt man, dass Doyle das eben Gehörte noch nicht richtig fassen kann.
Gerade als sie das Pub verlassen haben, piept Bodies RT. 3.7? Bodie, hier Alpha 1, kommen Sie sofort in mein Büro. Wo ist 4.5?
Bodie protestiert: Aber Sir, ich habe aber doch jetzt 2 Wochen Urlaub! - 4.5 ist neben mir.
Der Urlaub ist gestrichen.. erwidert Cowley mit harter Stimme. Wir haben einen Hinweis auf eine Waffenlieferung. Ich brauche Sie und 4.5.
Aber Sir, ich kann nicht ....
Cowley läßt Bodie nicht ausreden und fällt ihm barsch ins Wort: Muß ich Sie an das Kleingedruckte erinnern? Lagebesprechung in einer Stunde bei mir im Büro und morgen früh um 5.00 Uhr beginnt der Einsatz. Stellen Sie sich auf einen langen Tag ein. Alpha 1 Ende
Was ist los, Bodie?
Bodie erwidert schon fast aggressiv Der Alte hat uns einen Einsatz aufgehalst. Wir sollen in einer Stunde bei ihm im Büro sein. Verdammt ...
Und jetzt?
Irgendwas muß ich mir einfallen lassen... Bodie wirkt nicht sehr überzeugt. Nein, sie muß sich was anderes einfallen lassen!
***
Am nächsten Morgen erscheint Bodie mit einem Bündel Decken, wie es scheint, unter seinem Arm in Cowleys Büro. Das Bündel entpuppt sich als ein kleiner dreijähriger Junge mit blauen Augen und schwarzen Haaren mit dem entzückenden Namen George.
Bodie, was soll das Kind hier? Cowley blickt ungläubig auf Bodie. Sind Sie jetzt total übergeschnappt?
Sorry, Sir, aber ich habe Ihnen gesagt, ich kann diesen Einsatz nicht wahrnehmen. Ich habe Verpflichtungen. -
Das ist mein Sohn Georgie, Sir.
Sie haben nur eine Verpflichtung, und das ist Ihr Job hier! Offensichtlich wird es Cowley jetzt erst bewußt, was Bodie eben gesagt hat. Was ....? Ich wußte gar nicht, dass Sie einen Sohn haben.
Ja, ich wußte das bis vor ein paar Wochen auch nicht. Erwidert Bodie nicht ganz ohne Stolz in seiner Stimme.
Was soll das Kind hier? fragt Cowley nochmals, jetzt doch sichtlich irritiert.
Bodie kann nun ein Grinsen kaum aus seinem Gesicht verbergen und meint: Betty wird sich wohl um ihn kümmern müssen und bis Betty kommt, gebe ich ihn in Ihre Obhut. Ich bringe gleich noch seine Spielsachen und was Sie bzw. er sonst noch so alles braucht.
***
Klein Georgie ist anfangs ganz brav, wohl noch mitgenommen von dem Erlebnis, seinen Vater kennengelernt zu haben oder vielleicht doch eher auf Grund der zeitigen Morgenstunde. Er sitzt in einer Ecke in Cowleys Büro und spielt mit seinen Bausteinen.
Aber es dauert gar nicht so lange, da kommt ein Du, Onkel, ich habe Durst ...
Cowley blickt von seinen Akten auf, steht auf, und gibt dem Kleinen die Flasche mit Früchtetee, die ihm Bodie dagelassen hatte. Klein Georgie scheint mit der Welt wieder zufrieden zu sein, aber schon ein Paar Minuten später kommt ein Du, Onkel, ich habe Hunger ...
Seufzend reicht Cowley dem Jungen die Kekse. Verzweifelt brummelt er vor sich hin Verdammt, wo bleibt nur Betty ....?!?
Fast schon scheint es Gedankenübertragung gewesen zu sein, denn da klingelt das Telefon. Hier Betty, Sir! Cowley erkennt kaum Bettys Stimme, so sehr belegt ist sie. Es tut mir leid Sir, aber ich kann heute nicht ins Büro kommen, ich habe mir eine saftige Erkältung eingefangen.
Aber Betty, ich brauche Sie hier! Cowley versucht, ruhig zu bleiben und seine Verzweiflung nicht hören zu lassen. "Bodie hat mir seinen Sohn hier gelassen.
Was...? Nein, Sir, es tut mir schrecklich leid, aber ich kann heute nicht kommen. Außerdem würde ich das Kind nur anstecken. Vielleicht morgen ....
Gute Besserung, Betty! Beinahe wütend legt Cowley den Hörer auf. Nicht wütend auf Betty, aber ... Verdammt, warum muss sie ausgerechnet heute krank werden.... denkt Cowley.
Eine dünne Stimme aus der Ecke reißt ihn aus seinem Selbstmitleid: Onkel, ich muß pipi!
Das kann ja heiter werden ... murmelt Cowley vor sich hin. Aber auch diese Situation meistert Cowley mit Bravour. Doch er kommt nicht dazu, sich wieder seinen Akten zu widmen.
Du, spielst Du mit mir?
Nein, Du hast so schöne Spielsachen dabei, spiel damit. brummt Cowley. Fürs Erste scheint sich Klein-Georgie damit zufrieden zu geben.
Aber es dauert nicht lange. Klein-Georgie wirft einen verschmitzten Blick durch das Büro. Warum denn mit den albernen Bauklötzen spielen, wenn es hier so viel Interessantes zu erkunden gibt, scheint er sich zu denken. Und schwupps, ist er auf den Füßen und rennt durch das Büro.
Ui, da kann man ja unten durchkriechen und schlüpft unter dem Schreibtisch und zwischen Cowleys Füßen hindurch .... Peng, und schon liegt der Aktenstapel, den Cowley ordentlich auf seinen Schreibtisch aufgetürmt hatte, am Boden, die Blätter einzeln verstreut. Und kaum dass sich Cowley versieht, schlüpft der Junge auch schon aus der Bürotüre hinaus.
Cowley läuft hinterher, soweit es sein Bein zuläßt und sieht gerade noch, wie der Kleine im Aufenthaltsraum verschwindet. Dort hat es sich Murphy gerade auf der Couch gemütlich gemacht. Klein-Georgie klettert auf die Couch und Murphy schießt erschreckt in die Höhe. Hey, laß den Quatsch ...! Da erst sieht er, dass es nicht sein Kollege Jax ist, sondern ein kleiner Junge Wer bist Du denn?
Georgie!
Da kommt auch schon Cowley zur Türe herein. Murphy blickt Cowley fragend an.
Das ist Bodies Sohn. erläutert Cowley dem noch etwas benommen dreinschauenden Murphy.
Was? Nein, das glaube ich nicht. Der Halunke .... Murphy kann sich gerade noch beherrschen, um nicht laut loszulachen.
Da kommt Gott sei Dank Susan herein und Cowley kann sie davon überzeugen, ein paar Stunden auf Klein-Georgie aufzupassen. Susan scheint ein glückliches Händchen mit Georgie zu haben und Cowley ist ganz zuversichtlich, dass er das Kind meistern wird, bis Bodie zurückkommt. Bis spätestens 16.00 Uhr sollte er eigentlich wieder im Büro sein, denn dann sollen Murphy und Jax die weitere Observation der Verdächtigen übernehmen.
Da kommt Susan mit Klein-Georgie an der Hand ins Büro. Sir, Bodie hat gerade angerufen. Sie sind in Dover, haben Probleme mit dem Auto und werden wohl nicht vor 21.00 Uhr zurück sein. Sie sollen bitte den Kleinen in Bodies Wohnung bringen und ihn schon mal ins Bett legen. Seine Sachen sind alle in der Reisetasche in seinem Schlafzimmer, soll ich Ihnen sagen. Und Sie sollen nicht vergessen, ihm sein Stoffhündchen mit ins Bett zu geben, denn sonst kann er nicht schlafen.
Susan, könnten Sie das nicht machen? bittend, mit einem fast verzweifelten Blick, schaut Cowley Susan an.
Nein, sorry, Sir, aber ich muß mich heute Abend um meine kranke Mutter kümmern. Susan empfindet fast Mitleid mit Cowley. Sie ist sich nicht so sicher, dass Cowley dieser Herausforderung gewachsen ist. Einen Sack Flöhe hüten, eine Bande ausgewachsener CI5-Agenten, das kann unser Chef, aber auf ein kleines Kind aufpassen, dessen ist sich Susan nicht so sicher. Und schließlich ist der Kleine auch noch Bodies Sohn wie der Vater so der Sohn, schießt es Susan durch den Kopf.
Naja denkt sich Cowley, der Kleine ist den ganzen Tag herumgeteufelt, da wird er ja wohl müde sein und brav ins Bett gehen Und siehe da, es gibt keine Probleme. Der Junge scheint sich schon richtig heimisch in Bodies Wohnung zu fühlen. Gemeinsam essen sie noch zu Abend; offensichtlich hat die Mutter des Kleinen den Kühlschrank aufgefüllt. Gegen 20.00 Uhr bringt Cowley den Jungen ins Bett, nicht nachdem noch ein kurzer Kampf bezüglich der Notwendigkeit des Zähneputzen stattgefunden hat und Klein-Georgie gibt sich mit einer kurzen Gute-Nacht-Geschichte zufrieden. Gleich danach scheint er eingeschlafen zu sein. Cowley hatte auch nicht vergessen, ihm sein Stoffhündchen Fifi mit ins Bett zu geben.
Geschlaucht von dem langen Tag, schließlich war Cowley bereits um 4.00 Uhr im Büro, um den Einsatz vorzubereiten, läßt er sich auf Bodies Sofa nieder. So ganz wohl fühlt er sich nicht in der Wohnung seines Mitarbeiters. Irgendwie hat er das Gefühl, die Privatsphäre zu stören, aber schließlich hat ihm das Bodie eingebrockt. Da erblickt Cowley den Scotch auf Bodies Beistelltisch und ist so frei, sich einen zu genehmigen. Nach einem tiefen Schluck und einem Blick auf das Etikett denkt er sich, ich bezahle die Jungs viel zu gut, wenn er sich so einen teuren Malt Whiskey leisten kann. Der ist ja fast besser als meiner. Genüßlich lehnt er sich im Sofa zurück und nickt ein.
Klein-Georgie dagegen schläft nicht so brav, wie es sich Cowley vorgestellt hat. Kaum ist Cowley zur Tür draußen, klettert der Kleine aus dem Bett und fängt an, Bodies Kleiderschrank zu durchstöbern. Ganz leise. Als es da nichts Interessantes mehr gibt, schleicht er sich ins Wohnzimmer und fängt dort an, die Schubladen des Schreibtischen zu leeren und den Wandschrank auszuräumen. Cowley scheint so fest eingeschlafen zu sein, dass er von allem Nichts mitbekommt. Er ist zufrieden mit sich selbst, dass er so gut mit Klein-Georgie zurecht gekommen ist. Muß wohl am Namen liegen scheint seine Erklärung dafür zu sein.
Schließlich beendet auch Klein-Georgie seinen Erkundungstrip durch die Wohnung seines Vaters und kriecht wieder ins Bett. Die Wohnung gleicht einem Schlachtfeld.
Erst kurz nach Mitternacht kommt Bodie zusammen mit Doyle in seine Wohnung zurück. Beide sind ziemlich erledigt. Es war ein anstrengender und langer Tag gewesen und der Defekt des Autos hatte nicht gerade dazu beigetragen, die Stimmung von Bodie und Doyle zu heben. Fast eine Stunde mussten sie in der Kälte auf den Abschleppdienst warten und schließlich nochmals zwei Stunden in einer zugigen Werkstatt verbringen, bevor der Wagen wieder lief.
Oh Gott, was ist hier passiert?!? Bodie wäre beinahe über einen Ordner gestolpert.
Doyle legt seinen Finger über den Mund. Pst, schau, Cowley schläft auf der Couch. flüstert er.
Wo ist Georgie? Bodie scheint besorgt zu sein und schleicht ins Schlafzimmer. Klein Georgie liegt mit seinem kleinen Stoffhündchen im Arm brav schlafend im Bett.
Du, der Alte hat das Alles gut im Griff, flüstert Doyle und ein hämisches Grinsen ist ihm ins Gesicht geschrieben. Gehen wir doch noch einen Trinken, Bodie. Ich lade Dich ein. War ein Schei.... Tag heute. Ich kenne da einen Club, der um diese Zeit noch offen hat.
Du zahlst? ungläubig flüstert Bodie zurück.
Ja, sagte ich doch, ausnahmsweise. Oder willst Du lieber hierbleiben und aufräumen?
Nee, morgen ist auch noch ein Tag. Unsere beiden Georgies schlafen ja jetzt friedlich. Da könnte ich sowieso nicht aufräumen, ohne die Beiden zu wecken. Sie schleichen schmunzelnd aus der Wohnung und schließen die Türe ganz leise hinter sich.
***
Als Bodie zu später Stunde oder besser gesagt zu früher Stunde entspannt wieder in seine Wohnung zurückkommt, ist Cowley gerade wieder aufgewacht. Bodie, wo ... Wie spät ist es? brummelt er.
Fast 4 Uhr morgens, Sir. Entschuldigung, aber es hat länger gedauert als gedacht. Bodie macht eine betroffene Mine.
Wo ist das Junge?
Er schläft! Da erst sieht Cowley das Chaos in der Wohnung. Aber wer hat denn hier ... oh, verdammt, dieser kleine Racker und ich dachte, er schläft.
Jetzt anscheinend schon. Kann ich ihn morgen wieder mit ins Büro bringen? Ich hatte heute keine Zeit, einen Babysitter zu organisieren.
Nein, Bodie, nein. Ab jetzt haben Sie ihre zwei Wochen Urlaub. Ich wünsche viel Vergnügen und erholen Sie sich gut. Cowley kann einen Anflug von Panik kaum verbergen..
***
Zwei Wochen später kommt Helen, um ihren Sohn wieder abzuholen.
Na, Bodie, wie gehts? Du siehst blaß aus. Ach, Georgie, komm her, mein Junge, wie ist es Dir denn bei Papa ergangen? Freudig läuft Georgie in die ausgebreiteten Arme seiner Mutter. Sie hebt ihn hoch und küßt den Jungen.
Du Helen, Du willst jetzt sicher, dass ich Unterhalt für Georgie zahle. Bodie blickt betreten zu Boden.
Ach was, Bodie, ich bin mir doch gar nicht so sicher, dass Du .... Helen bricht mitten im Satz ab. Ihre Wangen haben sich leicht rot gefärbt.
Was...?? Du bist nicht sicher, das ich ... was? Bodie ist irritiert. Meint sie das was er denkt?
Ach vergiß es. Nein, Georgie und ich kommen auch ohne Dein Geld gut zurecht.
Schweigend packen Sie Klein-Georgies Sachen zusammen. Tschüs, Bodie, bis dann mal. Helen geht Richtung Türe.
Tschüs, Papa, und grüß Onkel George von mir. Mit einem dicken Schmatz auf die Backe verabschiedet sich der Junge von Bodie.
Tschüs, mein Sohn. - Helen.
Bodie bringt die Beiden noch zu Helens Wagen und winkt ihnen nach. Schweigend steht er auf dem Gehsteig und ist tief in Gedanken versunken, auch als der Wagen nicht mehr zu sehen ist. Nach ein paar Minuten gibt er sich einen Ruck und geht in die Wohnung zurück.
***
Unsicher aber auch zufrieden mit sich selbst, ruft er Doyle an. Geschafft, Doyle, er ist weg. Gehst Du mit mir einen Trinken?
Ja, gerne, ich hole Dich ab. Bis gleich. Doyle ist neugierig zu erfahren, was Bodie so in den letzten zwei Wochen alles getan hat. Zwei Wochen mit einem kleinen Kind Doyle kann sich Bodie in der Vaterrolle immer noch nicht so richtig vorstellen.
Dieses Mal gelingt es Doyle, dass Bodie die Drinks bezahlt. Genüßlich lehnt er sich im Stuhl zurück, nippt an seinem Bier und wartet darauf, dass Bodie von sich aus zu erzählen beginnt. Und seine Erwartungen werden nicht enttäuscht, obwohl es für Bodie gar nicht üblich ist, viel zu reden. Bodie berichtet ihn über die zwei Wochen mit Klein-Georgie. Offensichtlich hat er die Zeit sehr genossen, auch wenn es anscheinend nicht immer so ganz einfach gewesen ist, vorallem dann nicht, wenn er nach seiner Mutter geweint hat.
Doyle holt nochmals Bier und sie sitzen nun für einigen Minuten schweigend am Tisch. Beide sind tief in Gedanken versunken. Da unterbricht Bodie das Schweigen: Du, Doyle, irgendwie komisch, zu wissen, dass man ein Kind hat.
Ja, aber ... Doyle ist sich nicht sicher, was er darauf antworten soll. Ein Kind, eine Familie ja, mit diesem Gedanken hat er auch oft gespielt in letzter Zeit, aber bei seinem Job? Undenkbar!
Als Helen ging, sagte sie so was Komisches. Bodies Gesichtsausdruck läßt nichts erkennen.
Was denn? Will sie Dich heiraten?
Quatsch! Sie sei sich nicht sicher. Zögernd kommen diese Worte über Bodies Lippen.
Sicher? Ja, sicher sein mit Dir ist schwer. lacht Doyle.
Nein, ich glaube, sie meinte etwas anderes!
Was? Doyles Neugierde ist geweckt.
Tja ....
Doyle dämmert es, was Helen gemeint haben könnte. Vielleicht meinte sie, dass Du gar nicht der Vater bist? Dieser Frau traue ich alles zu. Ich habe es damals gleich gesagt, die Alte führt was im Schilde. Ich habe Dich vor älteren Frauen gewarnt. Erinnerst Du Dich?
Was, dann habe ich zwei Wochen meiner kostbaren Zeit geopfert und einen Bastard .... Bodie scheint sich seiner harten Worte bewußt zu werden. Die Erinnerung an den ausgelassenen, fröhlichen Jungen lassen ihn schmunzeln, aber Doyles Worte geben ihm doch zu denken. Ja, was ist, wenn ...?!? Hatte Doyle damals doch recht? diese Gedanken lassen Bodie jetzt nicht mehr los. Er starrt auf den Boden seines Bierglases, als ob darin die Antwort liegen würde.
Aber, Bodie, sieh es doch positiv. Jetzt weißt Du, was Du alles versäumt hast und vielleicht ist er ja doch ...!?!
Doyle lächelt vor sich hin während Bodie immer blässer wird und vor sich hinbrodelt ....
Ende
(Gitti, Oktober 2000)
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